Schuhe im Märchen

Henrik Schrat, »Licht im Schuh«

© Henrik Schrat, »Licht im Schuh«, Aschenputtel
29,5 x 21 cm, 2019
Folienplott nach Tuschezeichnung
aus Henrik Schrat, Rodung Kreuzung Lichtung, Band 1 Schneefall, 2020; Gesamtausgabe Grimms Märchen neu bebildert von Henrik Schrat; Sammlung Deutscher Bundestag, courtesy siebenhaar art projects, Frankfurt a.M.

Schuhe sagen im Märchen immer etwas über ihre Träger aus:
Beim Gestiefelten Kater sind sie ein Zeichen der Macht. Der Kater lässt sich erst einmal ordentliche Stiefel machen, um dann als Diener mit festem Tritt seinem Herrn zu Geld und Ansehen zu verhelfen.

Im Aschenputtel sind Schuhe »Beweismittel« für die richtige Braut. Sie führen den Prinzen zu seiner schönen Tänzerin und passen ihren kleinen Füßen perfekt.

Die zertanzten Schuhe hingegen deuten darauf hin, dass 12 Prinzessinnen jede Nacht heimlich mit verwünschten Prinzen tanzen.

Die zertanzten Schuhe

»Es war einmal ein König, der hatte zwölf Töchter, eine immer schöner als die andere. Sie schliefen zusammen in einem Saal, wo ihre Betten neben einander standen, und Abends, wenn sie darin lagen, schloß der König die Thür zu und verriegelte sie. Wenn er aber am Morgen die Thüre aufschloß, so sah er daß ihre Schuhe zertanzt waren, und niemand konnte herausbringen wie das zugegangen war.«

Aschenputtel

»Rucke di gu, rucke di gu, Blut ist im Schuh, der Schuh ist zu klein, die rechte Braut sitzt noch daheim«, singen die Tauben und verraten die bösen Stiefschwestern. So erkennt der Prinz in letzter Minute das Aschenputtel doch noch als seine rechte Braut.

Andrea C. Ortolano erzählt, was die Stiefschwestern unternommen haben, um in den verlorenen Schuh zu passen.

»SCHUH, m. calceus, mhd. schuoch, schuo, gen. schuohes, schuos, plur. schuohe, schuoch, schuo, md. schûch, schû, schôch, schô, plur. schûche, schûwe, schû, schôwe, schô, auch ausnahmsweise schwach flectierend«

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 15, Sp. 1838

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