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Die GRIMMWELT Kassel präsentiert im Außenraum:

DrachenFels – Eine märchenhafte Erlebnisreise mit dem Künstler Henrik Schrat

Ab 26. Juni 2021 präsentiert die GRIMMWELT ein neues, außergewöhnliches Ausstellungsereignis: In einem Rundweg mit 5 Stationen im Außenbereich der GRIMMWELT wird die künstlerische Neuinterpretation der Grimm’schen Märchen durch den Künstler Henrik Schrat sicht- und erlebbar gemacht und mit Mitmach-Elementen verbunden.

Die Motive der einzelnen Stationen befinden sich an ausgewählten Flächen des Gebäudes und sind aufeinander abgestimmt, sodass eine Szenografie entsteht, die Spannung und Freude am Experimentieren erzeugt und auf assoziative Weise zum Entdecken einlädt. Fast alle Silhouettenbilder stammen aus Henriks Schrats erstem Band zur Neubebilderung der Grimm‘schen Märchen: »Rodung, Kreuzung, Lichtung« Band 1 – Schneefall. Eine vom Künstler exklusiv für das Museum geschaffene, großformatige Arbeit befindet sich am verspiegelten Aufzug auf dem Dach der Grimmwelt.

Durch einen zeitgemäßen, multimedialen Ansatz und die Bereitstellung von weiterführenden Informationen in Form von Video-Clips, Texten, Podcasts und Bildern via QR-Code sind vielfältige Herangehensweisen möglich. Es werden alle Sinne angesprochen und auf kreative, partizipative und innovative Weise das Leben und Werk der Brüder Grimm erlebbar gemacht. Dabei wird erstmals in einem Projekt des Museums eine Verbindung zwischen dem Außenraum der Grimmwelt und deren Innenraum - mit der darin befindlichen Dauerausstellung - hergestellt.

In Zusammenarbeit mit siebenhaar art projects, Frankfurt a.M. ist auf diese Weise ein unterhaltsames, aber auch komplexes und ganzheitliches Außenkunstwerk entstanden, welches die Themen der Ausstellung »ins Hier und Jetzt« überträgt: Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen wird beim Flanieren ein vielschichtiges Kunstprojekt präsentiert, verbunden mit spielerischen Zugangsmöglichkeiten zu den Inhalten der Dauerausstellung.

Höhepunkt der Entdeckungsreise ist das Dach der GRIMMWELT: Der verspiegelte Fahrstuhl wird zum imaginären Schauplatz eines Drachenkampfes über den Dächern von Kassel. Der Drache aus dem Märchen »Die zwei Brüder« wurde von Henrik Schrat speziell für diesen Ort geschaffen. Aus der differenzierten, mehr als 1 m hohen und fast 4 m breiten, komplexen Zeichnung entwickelt der Künstler eine Silhouettenarbeit und versieht sie mit dem mehrdeutigen Titel »DIE ANDEREN«: Der Drache als Figur des Gegenübers, des Fremden, so der Künstler Henrik Schrat.

Mit der Arbeit »DIE ANDEREN« hat Henrik Schrat den Märcheninhalt zeitgenössisch adaptiert und ins 21. Jahrhundert überführt. Wie in allen Kunstwerken ist der doppelte Boden spürbar: Spätestens im Titel der Arbeit ist die Vielschichtigkeit und der Bezug zur Gegenwart unübersehbar.

Das Dach der GRIMMWELT wird auch im Buch Schauplatz eines Drachenkampfes sein: In Band 2 – Dornenrose, der im November 2021 erscheint, hat die GRIMMWELT einen Cameo-Auftritt im Märchen „Die zwei Brüder“.

Der in Dresden und London ausgebildete Künstler realisiert seit 1995 international Ausstellungen und Projekte. In seinen aktuellen Werken, die zwischen Realität, Magie und Fantasy angesiedelt sind, bebildert Schrat alle Märchen der Brüder Grimm neu. Auf diese Weise entfaltet sich eine aktuelle, auf die Gegenwart bezogenen Motivwelt, wo auch Prinzessinnen Turnschuhe tragen!

»In Zeiten von Retrotopie, Fake News und Identitätspolitik ist es interessant, die Märchen neu zu lesen«, sagt Henrik Schrat. »Meine Zeichnungen verflechten die Grimm‘schen Texte mit zeitgenössischen Situationen, mit Orten der Gegenwart und Figuren der Zeitgeschichte oder der Fantasy-Welt«.

Julia Ronge, in der GRIMMWELT für den Bereich Vermittlung / Didaktik zuständig: »Mit der künstlerischen Präsentation im Außenraum und der Vernetzung mit Inhalten der Ausstellung, wird der Besuch der GRIMMWELT für alle BesucherInnen zu einem Erlebnis. Auch diejenigen, die nur zufällig auf die Präsentation treffen haben die Möglichkeit, sich spielerisch mit den Inhalten auseinanderzusetzten. Nicht zuletzt durch die Ästhetik der Zeichnungen, die besonders auf Social-Media-Kanälen wie Instagram beliebt ist, wird das Feld der Märchen einer jungen Besuchergruppe geöffnet«.

Der Parcours entlang der Werke von Henrik Schrat im Außenbereich der GRIMMWELT lädt ein zur Entdeckungsreise in das spannende Universum Grimm!

Laufzeit:
Ab 26.06.2021 bis Ende 2021

Öffnungszeiten der GRIMMWELT Außenraum:

Die Erlebnisreise »DrachenFels« im Außenraum ist jederzeit durchführbar. Zum Abrufen der interaktiven Inhalte wird ein mobiles Endgerät benötigt, um die QR-Codes zu scannen.

Öffnungszeiten der GRIMMWELT Innenraum:
Di bis So 10 – 18 Uhr | Fr 10 – 20 Uhr | Mo geschlossen

Anschrift:

GRIMMWELT Kassel gGmbH
Weinbergstraße 21
34117 Kassel
www.grimmwelt.de

Eintrittspreise der GRIMMWELT:
Erwachsene: 10 €, ermäßigt: 7 €
Familien: 25 €
Gruppe ab 8 Pers.: 7 €, ab 40 Pers.: 6 €
Kinder < 6 Jahre: Eintritt frei
Durchführung der Erlebnisreise »DrachenFels« kostenfrei

Das Ausstellungsprojekt entstand in Zusammenarbeit mit Renate Siebenhaar, siebenhaar art projects, Frankfurt a.M.


Begleitprogramm:

Do., 08.07.2021 | 19.00 Uhr  
Künstlergespräch mit Henrik Schrat via Zoom

Do., 02.12.2021 | 19.00 Uhr
Buchpräsentation des 2. Bandes »RODUNG KREUZUNG LICHTUNG« mit Henrik Schrat


Künstler-Vita:

Der Berliner Künstler Henrik Schrat (1968*) hat in Dresden (Malerei / Bühnenbild) und in London (MA, Fine Art Media; Slade School) studiert. Schrat arbeitet mit verschiedenen Formen visuellen Erzählens. Er greift dabei auf populäre Geschichten zurück von Märchen bis zu Starship Enterprise, um sie als Metaphern für zeitgenössische Fragen und recherchebasierte Projekte einzusetzen. Dabei entstehen komplexe und doppelbödige Erzählungen. Besonderes Interesse bringt Schrat ökonomischen Zusammenhängen entgegen, die er als kulturelles Material begreift, das vom Künstler anverwandelt wird. Neben illustrationsnahen Formen und Grapic Novels sind großformatige Wandbilder und ortsbezogene Arbeiten ein Hauptbereich seines Werkes. Die Wandbilder sind durchgängig als Silhouetten ausgeführt, und zitieren damit eine historisierende Form, die zeitgenössisch aufgeladen wird.

Ortsspezifische Arbeiten  (Auswahl)
Wichtige Projekte waren u.a. das Wandbild Milch und Honig für ein Casino des Deutschen Bundestags in Berlin (courtesy siebenhaar art projects Frankfurt a.M.) 2004, ein Projekt im Ludwig Forum für internationale Kunst in Aachen 2005/06; Eat the Food, Museum of Contemporary Art Toronto, 2008; Innenansichten, Ökonomisierung des Privaten, Ausstellung im Golden Eagle Contemporary Art Center, Nanjing, China, 2013 und im Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2014


Begleitpublikation:

Grimms Märchen – Gesamtausgabe in fünf Bänden.
Neu bebildert von Henrik Schrat

RODUNG KREUZUNG LICHTUNG Band 1 – Schneefall | November 2020
270 Seiten, Hardcover/Leinen, farbiger Buchschnitt, 16,5 x 23,5 cm
Verlag Textem, Hamburg | Vorwort von Nora Gomringer
ISBN Nr. 978-3-86485-246-246-6
29 €

RODUNG KREUZUNG LICHTUNG Band 2 – Dornenrose | erscheint im November 2021
Verlag Textem, Hamburg

 

PRESSEMITTEILUNG

Pressemitteilung zum DrachenFels (PDF)

PRESSEBILDER

Die Bilder sind honorarfrei im Kontext der Berichterstattung über die GRIMMWELT Kassel in Verbindung mit dem Nachweis unter dem Bild zu verwenden.

Bildnachweis Zeichnung Drache: © Henrik Schrat, Die Anderen, 2021, GRIMMWELT
courtesy siebenhaar art projects, Frankfurt a.M. 

Pressebilder (ZIP, 28 MB)

Zeichnung © Henrik Schrat, Die drei Männlein im Walde, Rodung Kreuzung Lichtung, Band 1 Schneefall, 2020; courtesy siebenhaar art projects, Frankfurt a.M. GRIMMWELT-Foto: © Nikolaus Frank

Zeichnung © Henrik Schrat, „Straßenbahnprinzessin“, 2020, Rodung Kreuzung Lichtung, Band 1 Schneefall, 2020; courtesy siebenhaar art projects, Frankfurt a.M. GRIMMWELT-Foto: © Nikolaus Frank

Zeichnung Drache:© Henrik Schrat, Die Anderen, 2021, GRIMMWELT, courtesy siebenhaar art projects, Frankfurt a.M. Foto: © Nikolaus Frank

Zeichnung Drache:© Henrik Schrat, Die Anderen, 2021, GRIMMWELT, courtesy siebenhaar art projects, Frankfurt a.M. Foto: © Nikolaus Frank

Zeichnung Drache:© Henrik Schrat, Die Anderen, 2021, GRIMMWELT, courtesy siebenhaar art projects, Frankfurt a.M. Foto: © Nikolaus Frank

Zeichnung © Henrik Schrat, Die Sterntaler, 2020, Rodung Kreuzung Lichtung, Band 1 Schneefall, 2020; courtesy siebenhaar art projects, Frankfurt a.M. GRIMMWELT-Foto: © Nikolaus Frank

Zeichnungen © Henrik Schrat © GRIMMWELT-Foto: Nikolaus Frank

Henrik Schrat - Foto © Henrik Schrat

Neue Präsentation in der Dauerausstellung

Die GRIMMWELT Kassel präsentiert den NACHLASZ der Brüder Grimm in neuem Gewand 

NACHLASZ, m. das nachlassen und nachgelassene; hinterlassung, hinterlassenschaft  (sachlich oder geistig).*

In diesem Jahr können sich alle Grimm-Fans über einen umkuratierten Ausstellungsbereich in der GRIMMWELT Kassel freuen. Viele historische Objekte schlummern im Depot der Grimm-Sammlung der Stadt Kassel. Einige werden jetzt erstmals im Bereich NACHLASZ einem größeren Publikum präsentiert. Zu diesem Anlass wurden verschiedene Exponate restauriert und zum Strahlen gebracht.

Wie lässt sich ein Leben in Objekten abbilden? Denn gerade das sogenannte »Leben« sperrt sich nicht nur gegen die Stillstellung im Objekt, sondern ist immer schon erzähltes und damit erfundenes Leben. Dennoch bieten die 41 neu hinzugefügten historischen Objekte – hauptsächlich persönliche Alltagsobjekte der Familien Grimm und Hassenpflug, in welche Charlotte Grimm einheiratete - aus dem Depot der städtischen Grimm-Sammlung spannende Einblicke in das Leben der Familie Grimm.

Ein Kinderlöffel mit Bissspuren gehörte vermutlich Rudolf, dem zweiten Sohn Wilhelm Grimms. Er ist das Lieblingsobjekt der zuständigen Mitarbeiterin Dr. Sabine Schimma: „Wer weiß, was es da zu essen gab? Solche und ähnliche Objekte regen die Phantasie der Betrachter an. Die Funktion dieser Dinge ist zwar bekannt, ihre konkrete Verwendung jedoch niemals restlos ‚entschlüsselbar‘.“

Auf ansprechende Weise zeugen die neuen Objekte aus der Grimm-Sammlung der Stadt Kassel, neben den bisher präsentierten Gegenständen, vom alltäglichen Leben der Geschwister Grimm und ihrer Familien.
So wird eine rote Schreibmappe des sogenannten Malerbruders Ludwig Emil Grimm präsentiert. Diese stammt noch vom Vater Philipp Grimm, der seinerzeit Hofgerichtsadvokat und Stadtschreiber in Hanau sowie später in Steinau Amtmann war.

Darüber hinaus kann der Ehering von Juliane Schlemmer, der Schwester des Vaters, bewundert werden. Die Tante lehrte die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm das Lesen und war somit eine wichtige Wegbereiterin des Grimm’schen Schaffens.
Ein Nähtisch aus der Epoche des Biedermeier, der vermutlich Charlotte Grimm gehörte, veranschaulicht ebenso die weiblichen Lebens- und Arbeitswelten der damaligen Zeit wie ein Schreibmöbel aus dem Haushalt Ludwig Emil Grimms.

Ergänzt werden die historischen Originale durch Faksimiles der letzten Testamente von Jacob und Wilhelm Grimm und durch reproduzierte Fotografien der drei Kinder Wilhelms. Die zugehörigen Originale befinden sich im Hessischen Staatsarchiv Marburg.

* DWB, Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bde. in 32 Teilbänden, Bd. 13, Sp. 89

 

PRESSEMITTEILUNG

Pressemitteilung zum NACHLASZ (PDF)

PRESSEBILDER

Die Bilder sind honorarfrei im Kontext der Berichterstattung über die GRIMMWELT Kassel in Verbindung mit dem folgenden Nachweis zu verwenden: © GRIMMWELT, Grimm-Sammlung der Stadt Kassel, Foto: D. Rothen

Pressebilder (ZIP, 7 MB)

Ausstellungsankündigung

Fantastische Bilderfluten – »HOME« von Sabine Hertig in der GRIMMWELT

 

Die GRIMMWELT Kassel eröffnet am 12. März 2021 ihre neue Sonderausstellung: Die Schweizer Künstlerin Sabine Hertig zeigt unter dem Titel »Home« großformatige Bildlandschaften, die zu facettenreichen visuellen Erzählungen einladen.

Die Collagen der Basler Künstlerin Sabine Hertig (*1982) sind einzigartig in ihrer Bildsprache. Aus abertausenden Fragmenten, Bildfetzen aus Zeitungen, Magazinen und Büchern »malt« sie mit Schere und Leim unergründliche, bewegte Landschaften – Landscapes –, wie sie ihren Werkzyklus betitelt. Die wohlkomponierten Bildräume erzeugen einen Spannungsraum. Aus der Ferne betrachtet erinnern ihre Collagen an historische Gemälde und entwickeln gleichzeitig eine dynamische räumliche Tiefe. Die großformatigen Werke folgen jedoch keiner linearen Bilderzählung, vielmehr zerfallen sie aus der Nähe betrachtet in ihre Einzelbilder, in ein Netzwerk aus Körpern, Tieren, Objekten, Textilem, natürlichen und architektonischen Elementen.

Die an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel ausgebildete Künstlerin arbeitet seit nunmehr 10 Jahren im klassischen Medium der Collage. Sie sammelt obsessiv Bilder aus konventionellen Printmedien, kreiert daraus neue komplexe Bildräume und betrachtet mit dieser künstlerischen Vorgehensweise, was ein Bild heute sein kann und was es früher war.

»Mit den Brüdern Grimm verbindet mich die Sammelleidenschaft und Besessenheit«, sagt Sabine Hertig. »Zugleich stehe ich zwischen Vergangenheit und Gegenwart und suche nach einer malerischen Sprache mit geklebten Bildfragmenten, die sich in unser kollektives Bildgedächtnis eingeschrieben haben. Es geht um die simultane Wahrnehmung, die Grenzen verschwinden, Inhalte wachsen neu zusammen und Altbekanntes kann neu entschlüsselt werden.«

Diese Faszination evoziert Hertig auch mit ihren vielschichtigen und verwobenen Collagen. Geheimnisvoll und mystisch öffnen sie der Fantasie die Tore und bieten eine kleine Welt voller Wunder. Ebenso wie die mehr als 200 Märchen, die die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm vor rund 200 Jahren gesammelt haben.

»Es ist die Faszination am Bild an sich, die mich antreibt, mich in diesen Bilderfluss zu begeben und auf ihn zu reagieren. Es ist auch der Versuch, den historischen, archivierten Bildern wieder einen Wert zurückzugeben, indem sie in ein neues Ganzes eingebunden und damit in eine Zeitgenossenschaft geführt werden.« (Künstlerzitat aus: »Sabine Hertig im Gespräch mit Ines Goldbach« / Sabine Hertig – Scrap / 2018)

In ihrer zweiten Einzelausstellung in Deutschland werden erstmals aus dem Schwarz-Weiß-Zyklus die monumentalen Collagen »Landscape 13 – 19«, welche zwischen 2016 und 2021 hintereinander entstanden sind, gleichzeitig in einem Raum einander gegenübergestellt. So wird der Perspektivwechsel ermöglicht und diesem bildgewaltigen Dialog der Raum gegeben, um sich darin zu verlieren oder Distanz zu wahren.

Die Landschaften, die Sabine Hertig hier ausbreitet, haben eine eigentümliche Sogwirkung, ziehen den Betrachter in ihren Bann und bieten viele Lesarten. Das nimmt die GRIMMWELT Kassel zum Anlass, um im Kontrast zur Dauerausstellung diese Collagen als Projektionsfläche zu präsentieren. Die Bilder lassen den Betrachter eintauchen in eine Welt der Fantasie und laden dazu ein, das anschauliche Denken als Werkzeug zu nutzen und so ganz eigene Geschichten im Kopf entstehen zu lassen. Die innere Vorstellungskraft wird zum Motor der Geschichten.

Laufzeit:
Bis 26.09.2021

Öffnungszeiten:

Di bis So 10 – 18 Uhr | Fr 10 – 20 Uhr | Mo geschlossen

Unterstützt durch die Abteilung Kultur Basel-Stadt

Künstler-Vita:
Sabine Hertig (*1982) lebt und arbeitet in Basel. Sie studierte Kunst und Vermittlung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel. Seit 2013 wird sie von der STAMPA Galerie in Basel vertreten. 2013 erhielt sie den Kulturpreis der Gemeinde Riehen, 2017 den Cristina Spoerri Preis, 2020 den Förderbeitrag der UBS Kulturstiftung und 2021 ein Atelierstipendium in Paris von Atelier Mondial. 2018 erschien ihre erste umfassende Monografie »Sabine Hertig scrap« (Hg. Ines Goldbach) im Christoph Merian Verlag in Basel.

Begleitpublikation:

Sabine Hertig – Scrap: Analoge Collagen
Ines Goldbach (Hg.)
Christoph Merian Verlag, Juni 2018
162 Seiten, 96 farbige Abbildungen, gebunden, 22,5 x 31 cm
Deutsch/Englisch
ISBN 978-3-85616-857-5
28 €

PRESSEMITTEILUNG

Pressemitteilung zur Ausstellung HOME (PDF)

Pressemitteilung zur Ausstellung HOME - Kurzversion (PDF)

 

Pressemitteilung zur Ausstellung HOME - ENGLISCH (PDF)

Pressemitteilung zur Ausstellung HOME - ENGLISCH - Kurzversion (PDF)

 

PRESSEBILDER

Die Fotos zum Download sind als JPGs mit 300dpi druckfähig. High Res schicken wir Ihnen gern per WeTransfer. Bitte senden Sie uns eine E-Mail an presse(at)grimmwelt.de.

Die Bilder sind honorarfrei im Kontext der Berichterstattung über die GRIMMWELT Kassel in Verbindung mit dem folgenden Nachweis zu verwenden: © »HOME« Sabine Hertig, GRIMMWELT Kassel, Foto: N. Klinger

Pressebilder 1-8 (ZIP, 22 MB)

Pressebilder 9-15 (ZIP, 18 MB)

Sabine Hertig - Foto (c) Angelo A. Lüdin

GRIMMWELT - Foto: (c) Nikolaus Frank

Rückblick auf das Jahr 2020 und Ausblick auf das Jahr 2021

Jahreswechsel – Zeit für einen kurzen Rückblick mit Vorausblick:



Rückblick auf das Jahr 2020

Die GRIMMWELT Kassel feierte 15 Jahre UNESCO-Weltdokumentenerbe
Am 17. Juni 2020 jährte sich die Anerkennung der Kinder- und Hausmärchen als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Die Handexemplare der Brüder Grimm sind das Herzstück der Dauerausstellung der GRIMMWELT Kassel. Dabei handelt es sich um die beiden Bände der ersten (1812) und der zweiten (1815) Auflage, wovon letztere noch einen eigenen Anmerkungsband erhielten. Kulturgeschichtlich sind diese Bände besonders wertvoll, weil die handschriftlichen Eintragungen den Entstehungsprozess der Kinder- und Hausmärchen dokumentieren, gelten diese doch als erste systematisch und wissenschaftlich aufbereitete Märchensammlung weltweit.

Doppeljubiläum 5 + 15: Die GRIMMWELT Kassel feierte ihren 5. Geburtstag
Am 4. September 2020 feierte die GRIMMWELT Kassel als weltweit größtes Ausstellungshaus zu den Brüdern Grimm ihren 5. Geburtstag. Zusammen mit 15 Jahren UNESCO-Weltdokumentenerbe konnte das Doppeljubiläum mit einem bunten Familienprogramm gefeiert werden. Beschenkt und beglückwünscht wurde im Weinbergpark und auf dem Dach der GRIMMWELT.  
Storytelling: Die GRIMMWELT suchte erzählerische Positionen
Das doppelte Jubiläum war Anlass für einen thematischen Jahresschwerpunkt, der sich inhaltlich der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmete. Die Brüder Grimm sind die bekanntesten deutschen Märchensammler – und somit die »Godfathers of Storytelling« schlechthin. Die GRIMMWELT Kassel forderte bildende Künstlerinnen und Künstler auf, auf den Spuren der Brüder Grimm zu wandeln und innovative Werke der narrativen Kunst einzureichen. Aus über 400 Einreichungen suchte die Jury zweiundzwanzig internationale Kunstschaffende aus, die das Thema „Storytelling“ besonders treffend darstellten. Daraus entstand die Publikation „Storytelling“ (Verlag: modo, 256 Seiten, rund 120 Abb.) mit einem breit gefächerten Spektrum von Malerei und Zeichnung über Skulptur, Installation und Fotografie bis hin zu elektronischen Medien.

Farben im Märchen: Sonderausstellung und thematische Publikation

2020 zog die Sonderausstellung »Rotes Käppchen, blauer Bart. Märchenhafte Farben und Experimente« über 26.000 Besucher in die GRIMMWELT Kassel. Die Ausstellung gab spannende Einblicke in die Symbolik der Farben: So konnten die Besucher zum Beispiel in Frau Holles Goldregen eintauchen und ihren farbigen Schatten suchen. Zur Ausstellung erschien die zweisprachige Publikation »Rotes Käppchen, blauer Bart. Farben im Märchen/Red Hood, Blue Beard: Colour in Fairy Tales« bei Arnoldsche Art Publishers in Stuttgart.

Gold für die Ausstellung »FinsterWald« beim Wettbewerb des Art Directors Club
In Kooperation mit dem Kreativstudio URBANSCREEN aus Bremen gewann die GRIMMWELT Kassel mit der von Mirko Zapp kuratierten Sonderausstellung »FinsterWald« Gold in der Kategorie »Exhibition Experience themenbezogen: Ausstellung« beim diesjährigen Kreativwettbewerb des Art Directors Club für Deutschland. Die Ausstellung zog 2019 insgesamt rund 30.000 Besucher an und war die bisher erfolgreichste Ausstellung der GRIMMWELT.

Märchenstunde
Die beliebte Veranstaltungsreihe »Grimms Märchenstunde« wurde ausgeweitet und international - auch, weil das Erzählen von Märchen eine weltweit verbreitete Tradition ist. Live in der GRIMMWELT mit vielen kleinen und großen Besuchern oder digital gab es arabische Sagen aus 1001 Nacht, jüdische Märchen, Beduinengeschichten und vieles mehr zu hören und zu bestaunen.

Digitale ZUSAMMENKÜNFTCHEN

Da das Zusammenkommen im Jahr 2020 erschwert wurde, hatte die GRIMMWELT kurzerhand in den digitalen Raum eingeladen, um in das Reich des Grimms einzutauchen. Kurze, unterhaltsame Videos gaben Einblicke in das Universum Grimm oder in die Sonderausstellung. Auch die Grimm‘schen Märchen haben, erzählt von Andrea C. Ortolano, online den Weg in die heimischen Wohnzimmer gefunden.  

Besucherzahlen 2020

Das Jahr 2020 startete für die GRIMMWELT zunächst außerordentlich erfolgreich. Im Vergleich zum Vorjahr konnten bis zum Beginn der Corona-Pandemie Mitte März durchschnittlich 20 % mehr Besucher verzeichnet werden. Nach der Wiedereröffnung im Mai lag die Besucherzahl bei rund einem Fünftel der Vorjahreszahlen. Bis zum Sommer stieg die Besucherzahl auf die Hälfte der Vorjahreswerte und blieb auf diesem Niveau bis zur erneuten Schließung der GRIMMWELT Ende Oktober 2020. Insgesamt kamen rund 27.000 Besucher in die GRIMMWELT.


Ausblick auf das Jahr 2021
 
Fantastische Bilderfluten – »HOME« von Sabine Hertig in der GRIMMWELT
Im Februar 2021 wird die GRIMMWELT Kassel ihre neue Sonderausstellung eröffnen: Die Schweizer Künstlerin Sabine Hertig zeigt unter dem Titel «Home» großformatige Bildlandschaften, die zu facettenreichen visuellen Erzählungen einladen. Die Collagen sind einzigartig in ihrer Bildsprache. Sie lassen den Betrachter eintauchen, in eine Welt der Fantasie und laden dazu ein, das anschauliche Denken als Werkzeug zu nutzen und so ganz eigene Geschichten im Kopf entstehen zu lassen.

 

Die Bildnachweise befinden sich in den Dateinamen.

Hochaufgelöste Bilder zum Download finden Sie auch hier:

https://we.tl/t-Bv5QX7tbSq

Doppeljubiläum: 5 + 15

Doppeljubiläum: 5 + 15, Foto: Sascha Mannel

GRIMMWELT, Night of Light, Foto: Sascha Mannel

GRIMMWELT, Foto: Y-Site

UNESCO Weltdocumentenerbe, (c) Stadt Kassel

Rotes Käppchen, blauer Bart

FinsterWald, Foto: Nils Klinger

Märchenstunde, Foto: Andreas Weber

Dreifacher Grund zur Freude: 555.555 Besucher, 5 Jahre GRIMMWELT und 15 Jahre Weltdokumentenerbe

Im Jubiläumsjahr 2020 zu 5 Jahren GRIMMWELT und 15 Jahren UNESCO-Weltdokumentenerbe gibt es einen weiteren Grund zur Freude: Am 22. Oktober begrüßt GRIMMWELT-Geschäftsführer Peter Stohler zusammen mit Katja Blum, Leitung Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, den 555.555sten Besucher.  

Frau Friederike Lennartz-Nouri und Herr Wilfried Reich freuen sich über je eine Ausgabe des Buches »DIE GRIMMWELT« und »STORYTELLING« sowie über einen Gutschein vom Café/Restaurant FALADA, für ein köstliches Märchenfrühstück. Das Paar aus Papenburg ist auf Entdeckungstour in Kassel und hat neben dem Bergpark Wilhelmshöhe auch die GRIMMWELT besucht.  

„Nach unserem fünfjährigen Jubiläum am 4. September 2020 geht es jetzt um die FÜNF: wir begrüßten den 555 555sten Besucher! Diese Zahl soll der Grimmwelt Glück bringen. Dies ist in so schwierigen Zeiten wie heute besonders wichtig. Und natürlich hoffen wir, dass wir in wenigen Jahren dann die erste Million feiern dürfen.“, so Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT.

Wie lässt sich die Erfolgsgeschichte der GRIMMWELT erklären? „Die GRIMMWELT Kassel macht das schöpferische Leben und Wirken der Brüder Grimm einem breiten Publikum zugänglich“, sagt Katja Blum, seit Anfang Oktober in der GRIMMWELT verantwortlich für Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Neben wertvollen Originalen sorgen Ton und Film, multimediale und interaktive Angebote sowie die künstlerischen Installationen für anregende Erfahrungen und so gelang es offensichtlich, alle Altersgruppen von fünf bis 95 Jahre zu verzaubern.

Foto: Kurt U. Heldmann

Die GRIMMWELT Kassel veröffentlicht „Storytelling“, eine Publikation über das Erzählen in der Kunst heute

Die GRIMMWELT Kassel feiert ihr fünfjähriges Jubiläum mit der Publikation „Storytelling“ und hat sich damit ganz und gar dem Thema „Erzählen“ verschrieben. Bis zum heutigen Tag gelten die Brüder Grimm als die bekanntesten deutschen Märchensammler. Weltweit gehören ihre Geschichten, Motive und Figuren zum kulturellen Gedächtnis und inspirieren Künstlerinnen und Künstler immer wieder aufs Neue. Daher forderte die GRIMMWELT Kassel passend zum Jubiläum des Hauses bildende Künstlerinnen und Künstler auf, auf den Spuren der Brüder Grimm zu wandeln und innovative Werke der narrativen Kunst einzureichen. Aus über 400 Einreichungen zum Open Call suchte die Jury zweiundzwanzig internationale Kunstschaffende aus, die das Thema „Storytelling“ besonders treffend dargestellt haben. So geht es auch weniger um das Wort an sich, als um die Narration in der visuellen Gegenwartskunst. Die zweisprachige Publikation (Deutsch-Englisch, 256 Seiten, rund 120 farbige Abbildungen) erscheint im Verlag modo (Freiburg i.Br.) von Peter Stohler und Yvan Sikiaridis herausgegeben. Der einleitende Essay von Peter Stohler zeichnet die Facetten des Erzählens in der Gegenwartskunst auf, vor dem Hintergrund der Renaissance des Erzählerischen seit den 1980er Jahren. Ein Essay von Hannes Brunner, Künstler und Professor für Bildhauerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin, zeichnet Möglichkeiten der räumlichen Inszenierung auf.

Die Publikation versammelt in vier Kapiteln zweiundzwanzig Positionen der Kunstschaffenden, die mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln über Wege des Erzählens nachdenken. „Ein umfunktioniertes Schlecker-Regal? Erzählt von den entführten Schlecker-Kindern und von Hänsel und Gretel (Fritsche/Gottmanns). Oder auch so: Unscharf aufgenommene Fotografien von Flugzeugen im Landeanflug? Erzählt von Männern, die aus Flugzeugen fallen (Karen Stuke). Die Publikation „Storytelling“ zeigt die Bandbreite des Erzählerischen und führt vor, wie mit ganz eigenwilligen Mitteln erzählt wird.“, so Peter Stohler, Herausgeber der Publikation.

Die thematische Publikation „Storytelling“ versammelt neunzehn Interviews und ebenso viele erläuternde Texte zum Werk von Künstlerinnen und Künstlern aus mehreren Ländern, die sich 2019 auf eine Ausschreibung der GRIMMWELT aus Anlass des fünfjährigen Bestehens beworben haben. Darunter befinden sich auch Künstlerinnen und Künstler wie Julia Charlotte Richter oder Rudi Rapf, die in Hessen aufwuchsen oder an einer Kunsthochschule in Hessen studiert haben.

Mit Geschichten Informationen übermitteln – das breit gefächerte Spektrum der vorgestellten Werke reicht von Malerei und Zeichnung über Skulptur, Installation und Fotografie bis hin zu elektronischen Medien. Einblick in die Entstehungsgeschichte der Werke und den künstlerischen Hintergrund geben neunzehn Interviews, in denen die Kunstschaffenden selbst zu Wort kommen. Ein Buch zum Ansehen und Lesen – prallvoll mit Geschichten.

Durch die anschaulichen Interviews öffnet sich das Thema „Storytelling“ mit der Publikation einer breiten Leserschaft, denn der interessierte Kulturliebhaber wird genauso angesprochen wie das geneigte Fachpublikum – aber auch Kunstlaien werden Dank der einführenden Worte der Herausgeber und den informativen Interviews an das Thema herangeführt. Abwechslungsreich werden Gesprächssituationen wiedergegeben und mit Bildern der originalen Arbeiten veranschaulicht. Die besondere Situation um die Corona-Pandemie unterstützte die Möglichkeiten des digitalen Gesprächs und machte die Interviews möglich. Die große Altersspanne der beteiligten Künstler zeigt unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen auf.

Neu an der aktuellen Publikation ist der direkte Austausch mit den Kunstschaffenden und die eigene „Storyline“, die sich dadurch innerhalb der Publikation generiert. „Aus der internationalen, zeitgenössischen Kunst ist das Geschichtenerzählen nicht mehr wegzudenken und das zeigen wir in Storytelling. Im Jahr 2020 ist es nicht alltäglich, so viele unterschiedliche Künstler aus verschiedenen Altersgruppen und Sparten der bildenden Künste für ein Projekt zu vereinen. Für mich war es besonders schön zu sehen, dass die unterschiedlichen von mir interviewten KünstlerInnen so begeistert von dem Projekt der GRIMMWELT Kassel waren und mit so viel Leidenschaft von sich selbst, ihren Arbeiten und ihrer (oft elektronischen) Kunst erzählt haben“ bewertet Yvan Sikiaridis die Arbeit an Storytelling abschließend.

 

Kurz-Informationen Publikation:

Storytelling

Hg. Peter Stohler und Yvan Sikiaridis,

GRIMMWELT Kassel.

Mit Texten von Hannes Brunner, Yvan Sikiaridis

und Peter Stohler.

256 Seiten, 113 Abb., Deutsch / Englisch.

12 x 17 cm, Softcover, Fadenheftung.

19,80 EUR

ISBN 978-3-86833-293-3

Erscheint im Verlag modo, Freiburg i.Br., 2020

Die GRIMMWELT Kassel feiert ihren 5. Geburtstag am 4. September.

Doppeljubiläum 5+15:
5 Jahre GRIMMWELT, 15 Jahre Weltdokumentenerbe

Im Jahr 2020 begeht die GRIMMWELT ein Doppeljubiläum: Die GRIMMWELT Kassel feiert als weltweit größtes Ausstellungshaus zu den Brüdern Grimm am 4. September ihren 5. Geburtstag. Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT Kassel: „Fünf Jahre Grimmwelt; das sind weit über eine halbe Million Besucherinnen und Besucher – aus der Stadt, aus Hessen, aus Deutschland und der ganzen Welt. Ich sage es gerne: Die Ausstrahlung der Grimmwelt reicht von Kassel bis Korea und zurück. Dabei sind es die einzigartigen kulturhistorischen Themen, die Märchen und die Sprachforschung, die uns bis heute an den Brüdern Grimm faszinieren und auch in Zukunft ein breites Publikum ansprechen werden.“ Zugleich jährt sich die Anerkennung der Kinder- und Hausmärchen als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Das doppelte Jubiläum ist Anlass für einen thematischen Jahresschwerpunkt, der sich inhaltlich der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmet. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier in der digitalen Videobotschaft dazu: „Die Grimmwelt verbindet gestern, heute und morgen. Das ist notwendig, wenn man verstehen will, warum die Dinge so geworden sind, wie sie heute sind, ist es gut, wenn man weiß, wo man herkommt – damit man die Dinge ein wenig einordnen kann. Und es ist gut, wenn man diese Linien kennt, damit man einen Kompass für die Zukunft hat. Deshalb ist die Grimmwelt weit mehr als ein Museum – es ist etwas, wo man eintauchen kann, wo man die Geschichte erkennen kann und wo wir auch ein Stück von uns selbst erkennen können.“

Die GRIMMWELT Kassel erreichten bereits zahlreiche Grußworte von Wegbegleitern, zu sehen ab 01.09.2020 unter https://www.grimmwelt.de/jubilaeum-5-15/

Die GRIMMWELT Kassel feiert 15 Jahre UNESCO-Weltdokumentenerbe:

Am 17. Juni 2020 jährt sich die Eintragung der Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm in die Liste des Weltdokumentenerbes zum 15. Mal. Sie sind das Herzstück der Dauerausstellung der GRIMMWELT Kassel. Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT: „Was die Kronjuwelen für London sind, sind die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm für Kassel. Seit 15 Jahren gehören sie laut UNESCO in Paris zum Gedächtnis der Menschheit – auf Englisch: „Memory of the World“ – und werden auf Deutsch als „Weltdokumentenerbe“ bezeichnet. Die Grimm’schen Handexemplare gehören genauso zum Weltdokumentenerbe wie das handschriftliche Tagebuch der Anne Frank (Anne Frank Haus, Amsterdam) oder das Archiv des Filmemachers Ingmar Bergmann (Swedish Film Institute, Stockholm). Die GRIMMWELT ist stolz darauf, seit ihrer Eröffnung im Jahr 2015 fünf Handexemplare in einer eigens gefertigten Vitrine zeigen zu dürfen – es sind bei Weitem die wertvollsten Exponate in der Dauerausstellung.“

Es handelt sich bei den Handexemplaren um die beiden Bände der ersten (1812) und der zweiten (1815) Auflage, wovon letztere noch einen eigenen Anmerkungsband erhielten. Es war hauptsächlich Wilhelm Grimm, der in zahlreichen Überarbeitungen den heute bekannten Stil der Kinder- und Hausmärchen schuf. „Jacob und Wilhelm Grimm überarbeiteten viele ihrer Werke immer wieder, selbst bereits gedruckte Bücher. Sie ließen deshalb die Kinder- und Hausmärchen für ihre Forschungszwecke in Bänden mit einem breiten Rand drucken, der Raum für handschriftliche Anmerkungen enthielt. Auf diesem kommentierten, änderten und ergänzten sie den gedruckten Text für weitere Auflagen, hielten aber auch die Namen derjenigen Personen fest, die ihnen die Märchen übermittelt hatten. Grausamkeiten wurden gestrichen, damit die Märchen kindgerechter wurden.“, erzählt Dr. Sabine Schimma, Mitarbeiterin im Bereich Ausstellungen/Publikationen der GRIMMWELT Kassel.

Für Forscher ist besonders der Anmerkungsband von 1822 mit seinen handschriftlichen Randnotizen interessant. "Diese sogenannten Handexemplare geben nicht nur wertvolle Einblicke in die frühe Redaktionsgeschichte der Märchen, sie bezeugen auch die unausgesetzten Forschungen beider Brüder zur Überlieferung der Volkspoesie und lassen dabei deren individuelle Anteile und Forschungsschwerpunkte sichtbar werden. Schließlich sind die Einträge zur Herkunft der Märchen die wichtigsten Hinweise auf die in den Druckfassungen nicht erwähnten Märchenbeiträger.", so Prof. Dr. Holger Erhardt, deutscher Germanist und Inhaber der Professur "Werk und Wirkung der Brüder Grimm" an der Universität Kassel.

Kulturgeschichtlich sind diese Bände besonders wertvoll, weil die handschriftlichen Eintragungen den Entstehungsprozess der Kinder- und Hausmärchen dokumentieren, gelten diese doch als erste systematisch und wissenschaftlich aufbereitete Märchensammlung weltweit. Das ist der Grund, weshalb die UNESCO die Handexemplare 2005 zum Weltdokumentenerbe erhob.

 

7 Fragen – 7 Antworten:

Warum haben die Grimms Kinder- und Hausmärchen gesammelt?

Mit den Kinder- und Hausmärchen und auch der Sagensammlung wollten sie zur Besinnung auf nationale Kultur und ihre Besonderheiten, besonders in der Zeit der napoleonischen Feldzüge beitragen.

Was ist ein „Handexemplar“?

Ein Handexemplar ist ein Sonderdruck (gedrucktes Buch) mit breitem Korrekturrand. Auf diesem tragen die Autoren bzw. Herausgeber Änderungen, Anmerkungen und Ergänzungen für die Überarbeitung ein. Es ist also eine Kombination aus gedrucktem und handgeschriebenem Wort. Diese mediale Kombination ist von Handschriften abzugrenzen, nach denen bei uns immer wieder gefragt wird, die wir aber nicht bieten.

Durch den Versuch einer originalgetreuen Wiedergabe waren die Bücher anfangs nur schwer zu lesen. Wilhelm Grimm überarbeitete immer wieder, um Literatur publikumsfreundlicher zu machen, Wilhelm setzte sich in diesem Punkt gegen Jacob durch, der die Märchen unbearbeitet lassen wollte.

Wie viele Handexemplare gibt es?

In der GRIMMWELT gibt es persönliche Arbeitsexemplare der Erstausgaben der beiden Teile der Kinder- und Hausmärchen 1812 und 1815 sowie der zweiten Ausgabe von 1819 und 1822 und dem dazugehörigen Anmerkungsband mit handschriftlichen Anmerkungen und Änderungen der Grimms.

Gibt es die Handschriften noch, nach denen die Bücher herausgegeben wurden?

Ja. Die Brüder haben diese Schriften Ende Oktober 1810 Clemens Brentano geschickt. Nach Brentanos Tod gingen die Schriften an einen Abt, der sie an das elsässische Trappistenkloster Ölenberg weitergab. Dort wurden sie im Ersten Weltkrieg wiederentdeckt. 1953 wurden die Handschriften in New York versteigert und von der Fondation Martin Bodmer in Cologny-Genf erworben. Bodmer (1899 – 1971) war Schweizer Privatgelehrter, Sammler und Mäzen. Sie befindet sich heute in der von ihm gegründeten Bibliotheca Bodmeriana in Cologny bei Genf.

Jacob Grimm hatte mehr als 48 Texte der Kinder- und Hausmärchen geschrieben (Zahl nicht mehr klar auszumachen), Wilhelm 14 und verschiedene Gewährsleute 7.

Warum wurden die Handexemplare von der UNESCO ins Weltdokumentenerbe aufgenommen?

 „Die „Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“ sind neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit am meisten verbreitete Buch deutscher Sprache. Sie sind zugleich die erste systematische Zusammenfassung und wissenschaftliche Dokumentation der mündlich überlieferten europäischen und orientalischen Märchentraditionen.

Die Grimm’schen Märchen wurden in über 160 Sprachen aller Erdteile übersetzt. Sie gleichen einem Hohlspiegel, der die durch mehrere Kulturen geprägten Märchentraditionen einfängt, in neuer Form zusammenfasst, bündelt und so zurückstrahlt, dass eine neue Tradition daraus erwächst und weltweite Wirkung entfaltet. Die Einzigartigkeit und globale Strahlkraft dieser Sammlung geht darauf zurück, dass die Brüder Grimm über deutsche und europäische Bezüge hinaus gingen und ein fast universelles Muster völkerübergreifender Märchenüberlieferung geschaffen haben.

Die bedeutendste erhaltene Quelle für die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Grimm’schen Märchen sind die Kasseler Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen mit zahlreichen eigenhändigen Ergänzungen und Notizen der Grimm-Brüder."

(Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission, www.weltdokumentenerbe.de)

Weitere Gründe für Aufnahme

  • Weil sich an ihnen die Schritte/Genese der Märchen ab der ersten Ausgabe 1812/1815 bis zur Ausgabe „letzter Hand“ 1857 nachvollziehen lassen. Besonders Wilhelm Grimm hat die Märchen immer wieder überarbeitet.

  •  Sie sind „Materialien zur Geschichte der deutschen Poesie“ (Hans-Georg Schede), diese Bücher sollten so unverfälscht wie möglich bewahren, was um 1800 als lebendig fortwirkende volkstümliche Erzähltradition verloren zu gehen schien. So enthält der erste Band der Kinder- und Hausmärchen noch philologische Anmerkungen

Welche vergleichbaren anderen Bücher sind dort auch enthalten?

Logbücher von James Cook, die Goldene Bulle und die Gutenberg-Bibel

Wie hoch ist die Auflage der Kinder- und Hausmärchen?

Erstauflage: 1. Bd. ca. 1.000 Exemplare, 2. Bd.: 1.000 Exemplare

 

Kurzbiographien

Prof. Dr. Holger Ehrhardt (*1964 in Sonneberg) ist ein deutscher Germanist und Hochschullehrer. Von 2012 bis 2018 war er Inhaber einer Stiftungsprofessur für Werk und Wirkung der Brüder Grimm an der Universität Kassel, seit 2018 ist er dortaußerplanmäßigen Professor für Germanistik mit dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Werk und Wirkung der Brüder Grimm.

Dr. Sabine Schimma (*1969 in Spremberg) ist seit 2017 Mitarbeiterin im Bereich Ausstellungen/Publikationen der Grimmwelt Kassel. Zuvor arbeitete sie an der Bauhaus-Universität Weimar und als Kuratorin in der Klassik Stiftung Weimar.

Peter Stohler (*1967 in Belp (CH)), studierte Kunst- und Filmwissenschaft und Kulturmanagement in Amsterdam, Basel, London und Zürich. Er war Kurator des Hauses für Kunst Uri in Altdorf (CH), Direktor des Centre pour l’Image Contemporaine in Genf (CH) und des Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona (CH). Von 2007 bis 2013 leitete er die Förderung von Kulturprojekten im Kanton Basel-Stadt. Seit 2019 Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT in Kassel.

 

Bildnachweise:

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Jacob und Wilhelm Grimms »Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen« von 1812/1815 sind in der GRIMMWELT zu sehen. ©GRIMMWELT Kassel, Foto: Daniel Rothen

obere Reihe v.l.n.r:

"Kinder- und Haus-Märchen.
Gesammelt durch die Brüder Grimm"

Handexemplare der Erstausgabe mit zahlreichen handschriftlichen Kommentaren, Anmerkungen und Ergänzungen
Berlin: Realschulbuchhandlung, Band 1 von 1812 (rechts) und Band 2 von 1815 (links)

untere Reihe v.l.n.r:

"Kinder- und Haus-Märchen.
Gesammelt durch die Brüder Grimm.
Mit zwei Kupfern"

Handexemplare der zweiten, vermehrten und verbesserten Auflage mit zahlreichen handschriftlichen Kommentaren, Anmerkungen und Ergänzungen
Berlin: Georg Reimer, Band 1 von 1819 (links) und 2 von 1822 (mittig), sowie Anmerkungsband (rechts)

 

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Kinder- und Hausmärchen mit handschriftlichen Notizen, ©Stadt Kassel

 

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Jacob und Wilhelm Grimms »Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen« von 1812/1815. ©Stadt Kassel

 

Presseinformationen zum Download hier

Gold für die Ausstellung »FinsterWald« beim Wettbewerb des Art Directors Club

In Kooperation mit dem Kreativstudio URBANSCREEN aus Bremen gewinnt die GRIMMWELT Kassel mit der bisher erfolgreichsten Sonderausstellung »FinsterWald« (Laufzeit vom 10. April bis 06. Oktober 2019) Gold in der Kategorie »Exhibition Experience themenbezogen: Ausstellung« des diesjährigen Kreativwettbewerbs des Art Directors Club für Deutschland. Die von Mirko Zapp kuratierte Ausstellung zog insgesamt rund 30.000 Besucher an und ist die die bisher erfolgreichste Ausstellung der GRIMMWELT. Friedrich Liechtenstein kommentiert in der live-online Preisverleihung: »FinsterWald - große Geschichte aus Kassel. (…) Grimm finde ich gut, ist immer gut. Kassel auch, krass, krasser Ort, toll, also insgesamt sehr, sehr gut und berechtigt. Der Preis sehr berechtigt.« Bereits im November 2019 wurde die Ausstellung vom Deutschen Designer Club im Wettbewerb »Gute Gestaltung 2019« in der Kategorie »Spaces« mit Bronze ausgezeichnet.


»Fantastisch! Zusammen mit der Dauerausstellung des Futuriums in Berlin mit Gold ausgezeichnet zu werden freut uns sehr! Beeindruckend war die besonders gute Zusammenarbeit zwischen der Kreation und der Umsetzung, sowie das große Engagement aller Beteiligten, um digital eine emotionale und immersive Ausstellung zu erschaffen«, so Manuela Greipel, in der GRIMMWELT verantwortlich für das Projektmanagement der Ausstellungen, sowie für Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit – zusammen mit Mirko Zapp realisierte sie die Ausstellung.


Die bisher erfolgreichste Sonderausstellung »FinsterWald« begeisterte 2019 insgesamt rund 30.000 Besucher. 18 lichtstarke Projektoren, zahlreiche Lautsprecher und rund 1,5 km Kabel verwandelten 330 m² Ausstellungsfläche in einen begehbaren Märchenwald: In der Erlebnis-Ausstellung »FinsterWald« wurden die Besucher selbst Teil der Inszenierung. Der Clou: Die Ausstellung funktionierte ohne Sprache und Objekte, sie war sprach- und kulturübergreifend verständlich.


Wer die Schwelle zum »FinsterWald« überschritten hatte, verlor sich im märchenhaften Lichtspiel zwischen den Stämmen – ganz so, wie es Rotkäppchen erging. Dieser Wald war ein lebendiges Wesen, wachsend und mäandernd zog er die Besucher buchstäblich in seinen Bann. Der Weg zur magischen Lichtung war bevölkert von rätselhaften Wesen, und sie zeigten, was tief in jedem Einzelnen schlummert: In der multimedialen Rauminstallation gingen die Besucher auf Ihre ganz persönliche, märchenhafte Heldenreise.


Mehr zum »FinsterWald« finden Sie unterf www.grimmwelt.de/finsterwald.
Komponiert wurde der »FinsterWald« von URBANSCREEN, einem Produktionsstudio für interdisziplinäre Medienkunst aus Bremen. Das Studio ist bekannt für seine immersiven Installationen. »Einen digitalen Wald zu erschaffen war für uns gestalterisch und technisch äußerst spannend«, erzählt Majo Ussat, Geschäftsführer von URBANSCREEN. »Um hauptsächlich aus Schriftzeichen einen ästhetischen und lebendigen Wald wachsen zu lassen, haben wir einen eigenen dynamische Algorithmus entwickelt, bestehend aus Designelementen, Typographie und sich selbst generierenden Animationen.«
Über URBANSCREEN: Mit über zehn Jahren Erfahrung bei der Umsetzung von komplexen Medienproduktionen haben URBANSCREEN u.a. bereits die Oper von Sydney, die Rice University in Houston, Texas, oder die Galerie der Gegenwart in Hamburg illuminiert. Weitere Informationen zu Urbanscreen: www.urbanscreen.com
Über den ADC: Der Art Directors Club für Deutschland (ADC) ist ein unabhängiger Verein mit dem Ziel, exzellente kreative Kommunikation zu finden und zu fördern. Der ADC Wettbewerb ist der größte Kreativwettbewerb im deutschsprachigen Raum. Er zählt zu den wichtigsten kreativen Gradmessern in Europa. Mehr unter: www.adc.de

 

 

 

Über 400 Einreichungen im Open Call für die Gruppenausstellung »Storytelling« der GRIMMWELT Kassel

Die Sonderausstellung »Storytelling« vom 3. Juni bis 18. Oktober 2020 wird sich auf den Spuren der »Godfathers of Storytelling« Jacob und Wilhelm Grimm der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmen. Anlass ist das Jubiläum »5+15«: Die GRIMMWELT Kassel feiert als weltweit größtes Ausstellungshaus zu den Brüdern Grimm ihren 5. Geburtstag, zugleich jährt sich die Anerkennung der »Kinder- und Hausmärchen« als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird den thematischen Schwerpunkt »Storytelling« aus weiteren Perspektiven beleuchten.

Über 400 Einreichungen von 399 Künstlerinnen und Künstlern bzw. Kollektiven aus insgesamt 10 Ländern erreichten die GRIMMWELT in der sechswöchigen Ausschreibungszeit bis zum 31.12.2019.

»Die große Anzahl der Einreichungen zeigt uns, dass wir einen Nerv getroffen haben«, so Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT Kassel. »Es ist schön zu sehen, wie viele Künstlerinnen und Künstler die Brüder Grimm auch heute inspirieren. Wir freuen uns über die große und internationale Resonanz – sie zeigt deutlich, dass die GRIMMWELT und das Thema ›Storytelling‹ Strahlkraft über Kassel, Hessen und Deutschland hinaus entfalten.« Eingereicht werden konnten sowohl neue als auch bereits existierende Arbeiten zum Thema. »Rund 28 Prozent neue Arbeiten sind unter den Einreichungen, sodass wir auch als Inkubator und Wegbereiter wirken können. Bis zu 1.500 Euro Zuschuss konnten Künstlerinnen und Künstler für ihre Werke beantragen«, so Peter Stohler weiter.

Mit 357 Einreichungen liegt Deutschland erwartungsgemäß an der Spitze, gefolgt von der Schweiz (42) und Österreich (15). Aber auch Italien, Polen, Russland, die Türkei und USA sind mit einzelnen Einreichungen vertreten. Aus Bundeslandsicht liegt Berlin mit 76 Einreichungen knapp vor Hessen mit 72. Es folgen Nordrhein-Westfalen (49), Baden-Württemberg (40) und Bayern (37). Aus Kassel direkt kommen immerhin 42 Bewerbungen. Mit 250 Einreichungen oder rund 59 Prozent haben Frauen die Nase leicht vorn. Rund ein Fünftel der Einreichungen stammt aus der Altersgruppe unter 30 Jahren – der künstlerische Nachwuchs bezieht also Position.

Einen Schwerpunkt bei den Einreichungen bilden Malerei und Installationen mit jeweils 87 Einreichungen, also je 22 Prozent. Es folgen Audio/Video (63), Illustration (42), Fotografie (37) und Skulptur (27). Performances sind mit 16 Einreichungen vertreten.

Co-Kurator Hannes Brunner, Professor der Bildhauerei an der Weissensee Kunsthochschule Berlin, blickt gespannt auf die Jurysitzung Ende Januar: »Es ist natürlich eine große Freude aus einer so großen Zahl von Einreichungen die besten und passendsten Arbeiten herauszusuchen und zu kuratieren. Das Erzählen als Form der gegenseitigen Vermittlung zu verarbeiten ist auf jeden Fall sowohl entscheidendes Bedürfnis wie auch gestalterisches Mittel, um ›Wahrheit‹ in kulturgesellschaftlichem Spannungen weiterzugeben. Dies ist ganz im Sinne der Forschung und Arbeit der Brüder Grimm. Es verwundert deswegen kaum, dass auf die Ausschreibung ›Storytelling‹ so viele qualitativ gute Positionen eingegangen sind.«

Gerechnet wurde mit ca. 150 Einreichungen für die Gruppenausstellung. Klaus Siebenhaar, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin, erklärt sich die große Resonanz so:
»Die mit der Digitalisierung geschaffenen unbegrenzten Möglichkeiten des Publizierens haben den traditionellen Erzählformen zu neuer Popularität und Attraktivität verholfen: Das zeitgeistgemäße Storytelling bedient sich einerseits der relevanten wie bewährten Erzählmuster und -formate. Andererseits ergeben sich ganz neue, medientechnologisch bedingte Variationen und Erweiterungen wie Visual Storytelling, Multimedia-Storytelling oder Hypertext.«

Begleitprogramm
Im Rahmen des Begleitprogramms werden die gezeigten Werke und das Ausstellungsthema »Storytelling« mit musikalischen Live-Acts, zeitgenössischem Tanz, Poetry Slam, Theater oder Street Art kommentiert. Workshops für Kinder und Jugendliche stehen ebenfalls auf dem Programm.

Die Jury:
Joel Baumann ist seit 2013 Rektor der Kunsthochschule Kassel (KHK), außerdem Professor für Neue Medien an der KHK und Director des kreativen Kollektivs tomato, London. Er studierte Contemporary Media Practise (BA) und Hypermedia (MA) an der University of Westminster in London, UK. In seiner Arbeit konzentriert sich Joel Baumann auf das interaktive Moment, die strategischen Möglichkeiten im Einsatz digitaler Medien und dem Einfluss neuer Medien auf Gesellschaftsformen und Kommunikation. Seine Arbeiten werden im Kontext von Medienausstellungen und in den angewandten Bereichen von Branding und Werbung eingesetzt. Zu seinen Kunden zählen unter anderen Sony, Mitsubishi Motors, AOL, Sharp, Nokia und Redbull. Seine Arbeiten wurde zuletzt im Kasseler Kunstverein, im European Media Arts Festival (Osnabrück) und am Pavlov MediaLab in Groningen ausgestellt.

Hannes Brunner lehrt derzeit als Professor der Bildhauerei an der Weissensee Kunsthochschule Berlin. Bis 2008 war er Chairman des Fine Arts Motion Graphic Program NYIT, New York Institute of Technology, in Abu Dhabi, UAE; davor war er Professor für Projektkunst der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, wo er u.a. das Forschungsprojekt zu einem digitalen Campus ArtKnowledge.net initiierte. Er hat einen Abschluss der ETH Zürich in Architektur und ein Diplom in Fotografie und Bildhauerei der Kunsthochschule Kassel. Hannes Brunner favorisiert ephemere Materialien in Installationen. In seinen kontextbezogenen Kunstprojekten werden verschiedene Medien mit sozialen Prozessen kombiniert, von der digitalen Kommunikation hinein in den realen, physischen Raum. Die Projekte werden international in zeitgenössischen Kunsträumen gezeigt.

Peter Stohler
ist seit Anfang des Jahres neuer Geschäftsführer der GRIMMWELT und als Programmleiter auch für die programmatische Ausrichtung des Hauses verantwortlich. Er stammt aus der Schweiz, studierte in Zürich, Amsterdam und London Kunst- und Filmwissenschaft, Weiterbildungen im Kulturmanagement folgten. Als Beauftragter für Kulturprojekte des Kantons Basel-Stadt förderte er von 2007 bis 2013 Kunst, Film, Videokunst, Fotografie und Musik. Zuvor war er Kurator und Museumsleiter in Zürich, Genf und Altdorf. Bevor er in die GRIMMWELT wechselte, leitete er seit 2013 das Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona direkt am Zürichsee. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zu Kunst, Fotografie und Design der Gegenwart.

Manuela Greipel ist seit 2015 Teil des Teams der GRIMMWELT Kassel und verantwortet das Projektmanagement/Ausstellungen. Sie studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel und realisiert freiberuflich internationale und interdisziplinäre Projekte im In- und Ausland. Sie bewegt sich in den Bereichen Kultur- und Unternehmenskommunikation, sowie den Themenfeldern Gestaltung, digitale Medien und Kommunikation im Raum. Zudem erfüllt sie einen Lehrauftrag an der Hochschule Fulda.

Foto: Sascha Mannel

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